Heilandskirche, Grafing bei München

Vom Jahr 1803 an hatte die evangelische Kirche in Bayern eine offizielle Religionsfreiheit und Existenzberechtigung gegenüber der katholischen Kirche. Vom Jahr 1840 an gab es noch wenige evangelische Gläubige in unserem Gebiet. Die Zahl der Evangelischen nahm erst vom Jahr 1910 an stetig zu. 1922 wurde im Raum Ebersberg-Grafing der „Evangelische Verein Ebersberg und Umgebung“, gegründet. 1924 konnte in Grafing an der Glonner Straße ein Grundstück gekauft werden, auf dem ein altes Feuerwehrhaus stand. Der Münchener Architekt Bestelmeyer baute auf den vorhandenen Hauptmauern des Baus eine kleine Kirche, die „Heilandskirche“.

Sie war das erste evangelische Gotteshaus im Ebersberger Raum. Nach drei Monaten Bauzeit war sie im Dezember 1924 fertig. Ab 1930 nahm die Zahl zugezogener Gottesdienstbesucher langsam und stetig zu – vor allem während des Zweiten Weltkrieges. Frauen und Kinder zogen nach Grafing, die aus den deutschen Großstädten evakuiert worden waren. Ende des Zweiten Weltkrieges kamen viele Heimatvertriebene hinzu. Die Zahl der Gottesdienstbesucher stieg an. 1964 wurde ein Areal auf der anderen Seite der Glonner Straße für eine größere Kirche und ein Gemeindehaus gekauft. Auf diesem Grundstück wurde in den Siebzigerjahren die neue, größere Kirche („Auferstehungskirche“ mit Gemeindezentrum) erbaut.

Sie wurde von den Architekten Lichtblau und Bauer mit einem freistehenden Turm geplant. Die zu klein gewordene Heilandskirche war abgelöst. Für die Finanzierung des Gemeindezentrums musste das Grundstück der alten Kirche verkauft werden. Zumindest die Glocken und Wandbilder der früheren Kirche wurden in die Auferstehungskirche übertragen. Sie stellt heute ein Wahrzeichen für Grafing dar. Der Kanzelfuß der ehemaligen Heilandskirche bekam nahe vom ursprünglichen Standort eine neue Funktion. Der Architekt Carl Behmer hatte die Idee, dass er in dem auf dem Gelände entstehenden Neubau als Eckstein und Erinnerungszeichen an die ehemalige Heilandskirche integriert werden sollte. Dies ließ die Familie Rothmoser beim Kauf des Grundstückes des ausgedienten Gotteshauses glücklicherweise umsetzen.

Aufgaben

Neben dem Lesen und Erfahren geht es um ein aktives Erkunden der Kulturstätten. Hierzu sollen unsere Aufgaben ein Ansporn sein, die auf den Seiten zu den jeweiligen Kirchenorten zu finden sind. Durch die intensive eigene Auseinandersetzung mit der Geschichte und Herkunft der (ehemaligen) Kirchenbauten lernt man nicht nur die Gebäude, sondern auch die Gegend ganz neu kennen.

Für diesen Zweck haben wir fünf farblich markierte Themengebiete (siehe farbige Buttons) mit Aufgaben zusammengestellt. Zu jedem Themenbereich gibt es verschiedene dazugehörige Karteikarten mit Erkundungsaufgaben, die auch heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Viel Spaß und eine gute Zeit bei euren Entdeckungen.